Wenn Watson übernimmt

Kognitive Technologie als kreativer Kollege? #Blogparade #SchlauerArbeiten

cognitive computing, schlauer arbeiten, businessheute

Watson, das „intelligente“ System der IBM, ist nicht nur schlau genug, unstrukturierte Daten zu verstehen, daraus zu lernen und einen Sinn darin zu erkennen – es ist sogar ein kleiner Maestro. Laut eigener Aussage in einem Gespräch mit Bob Dylan kann Watson nämlich singen. Eine kreative Leistung? Eher nicht, wenn man voraussetzt, dass sich das „du bi bop du bi du bi du“ exakt so in der Vielzahl von Liedtexten findet, die das Programm analysiert hat oder auf Algorithmen und Daten basiert, mit denen es vorab gefüttert wurde.

Was wäre aber, wenn Watson nicht nur unglaublich gut darin wäre, Daten zu analysieren? Schließlich ist das Programm in der Lage, dazuzulernen. Was also, wenn es nicht „nur“ Informationen neu verknüpfen könnte, sondern kreativ, schöpferisch und – vor allem – originell wäre? Würden dann alle Wissensarbeiter, Forscher und Kreative obsolet? Dr. John E Kelly III, Senior Vice President Solutions Portfolio and Research bei IBM, entwarnt. Ihm zufolge können kognitive Systeme zwar einen Sinn erkennen in 80 Prozent der Daten, die unstrukturiert vorliegen. Dies befähigt sie, mit den vielzähligen, komplexen und unvorhersehbaren Informationen und Zusammenhängen der modernen Welt Schritt zu halten. Doch daraus folgt keineswegs Empfindungsvermögen oder Autonomie seitens der Maschinen. Vielmehr stärkt es die menschliche Fähigkeit, die Komplexität unserer Gesellschaft zu verstehen und entsprechend zu handeln.1

Kreativität – die letzte Grenze?

Nun gibt es bereits malende, komponierende2 oder auch schreibende3 Computer. Ob es sich dabei um echte, eigenständig kreative Leistungen seitens der Maschinen handelt oder vielmehr um die ihrer Programmierer, wird diskutiert. Fakt ist: Programme und Roboter führen Tätigkeiten aus, denen eine vermeintlich zutiefst menschliche Komponente eigen ist - Kreativität. Ihr Erfolg dabei ist Ansichtssache. Während Skeptiker meinen, das schöpferische Potenzial liegt bei den Entwicklern der Programme, entgegnen andere, die Kreativität liegt im Auge (oder Ohr) des Betrachters. Wird das Produkt – ob Bild oder Musik – als kreativ wahrgenommen, dann ist es das auch. Eine philosophische Diskussion, die mit dem Arbeitsalltag der meisten nur wenig zu tun hat. Redakteure und Journalisten sind zum Teil jedoch direkt betroffen. Wenn Computer beispielsweise faktische Fußballspielberichte texten oder Geschäftsstatistiken in einem Artikel zusammenfassen. Für manchen ein Grund zur Sorge, für andere die Chance, sich den anspruchsvolleren Aufgaben zu widmen, meint Dr. Holger Schmidt.4

Watson, das kognitive Helferlein

Watson als digitaler Assistent, der auf intelligente Weise den E-Mail-Posteingang sortiert, priorisiert und Antworten sowie Folgeaktionen vorschlägt, wäre sicher eine Bereicherung für so manchen Büroalltag. Als Teil von Social-Collaboration-Lösungen hält er einem doch den Rücken frei, reagiert schnell auf zeitkritische Anfragen und kann obendrein aus all dem Datenmüll die Infos herausfiltern, die tatsächlich relevant sind. Sprich: Er schafft Zeit für die Aufgaben abseits der Routine; die Aufgaben, welche die Problemlöser, Tüftler und Über-den-Tellerrand-Hinausschauer motivieren, jeden Tag den Weg ins (Home-)Office anzutreten.

Sie möchten mehr über Cognitive Computing erfahren? Laden Sie „Fünf Charakteristika kognitiver Systeme“ herunter:

Beitrag zur Blogparade von Stefan Pfeiffer auf digitalnaiv.com zum Thema Chancen und Risiken von Cognitive Computing in der Arbeitswelt.

(1) Übersetzt aus dem Englischen: „[…] Cognitive Systems can make sense of the 80 percent of the world’s data that computer scientists call ‚unstructured‘. This enables them to keep pace with the volume, complexity and unpredictability of information and systems in the modern world. None of this involves either sentience or autonomy on the part of the machines. Rather, it consists of augmenting the human ability to understand – and act upon – the complex systems of our society.” Aus: Dr. John E. Kelly III, “Computing, cognition and the future of knowing – How humans and machines are forging a new age of understanding”
(2) Vgl. golem.de, Lydia Heller, „Kreative Maschinen – Kunst, ausgerechnet!“, 2013
(3) Vgl. netzoekonom.de, Dr. Holger Schmidt, „Der Hotspot der künstlichen Intelligenz“, 2015
(4) Ebd.

Bildquelle: (c) ktsdesign, Fotolia

Kommentare

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IBM pusht Watson seit Monaten hoch und baut in München sogar die weltweit operierende Watsonzentrale auf. Als kleiner Anwender fragt man sich: Was kommt hinten eigentlich dabei raus. Richtig greifbar sind die bislang so hoch gepriesenen Fähigkeiten von Watson nicht, schon gar nicht in Deutschland ("versteht" Watson inzwischen eigentlich auch Deutsch?). Ich frage mich, wo der Mehrwert liegt und wie man diesen Dienst praktisch nutzen kann.
Diskutieren Sie mit zu diesem Thema auf IBM Experts:

http://ibmexperts.computerwoche.de/community/t/watson-analytics-praxisrelevanz,1438

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