Drei Nutzertypen von Enterprise Social Networks

4.5 von 5 Sterne, 2 Bewertungen

S-Bahn-Lausch: Netzwerker, Nörgler und Naivlinge

Nutzertypen, Enterprise Social Network, businessheute

Unterwegs in der S1 vom Speckgürtel Stuttgarts in Richtung Hauptbahnhof. Zwei seriös gekleidete Herren sitzen mir im Viererbänkle gegenüber. Sie unterhalten sich angeregt – und laut. Da kann ich gar nicht weghören.

Herr Seriös: Haben Sie heute den Beitrag von Frau Maier gesehen? Ich weiß gar nicht, wie sie das macht. Dauernd postet, teilt oder verlinkt sie da etwas im Collabo3000. Und ihre Arbeit ist trotzdem immer pünktlich erledigt. Jede Deadline eingehalten, alles super ausgearbeitet. Man sollte meinen, ihr Tag hat 72 Stunden.

Herr Ernst: Stimmt. Bisher hab ich auch immer fast direkt ne Antwort bekommen, wenn ich etwas bei ihr angefragt habe. Der ganze Standort ist so – alle sind am Netzwerken und Teilen und Liken. Selbst wenn ich nur ein kurzes Statusupdate gebracht habe, gab’s ein Like dafür.

Herr Seriös: Ich muss sagen, das ist mir allemal lieber als das, was das Team vom Lohmüller treibt. Aus der Ecke hab ich noch nichts Positives gehört. Da heißt es nur: „In der Teeküche sieht’s wieder aus wie bei Hempels unterm Sofa.“ Oder: „Das Kantinenessen ist unter aller Kanone.“ Meistens meckert er nur wegen Kinkerlitzchen, aber neulich hat er angefangen wegen mangelnder Urlaubsübergaben und Absprachen über die Abteilungen hinweg zu schimpfen. Fürchterlich! Wenn ich morgens um halb acht eine Hasstirade aufs Büro lese, will ich direkt meinen Laptop wieder zuklappen und gehen.

Herr Ernst (nickt): Klar, ich finde es auch immer ärgerlich, wenn jemand nur schimpft und selbst keine Lösungsvorschläge bringt. Meine Abteilung habe ich da ganz gut erzogen. Kritik wird jetzt direkt in Verbindung mit einem konstruktiven Vorschlag eingebracht, wie man’s besser machen könnte. (er lächelt zufrieden) Übrigens: Glückwunsch zum Projekt in München!

Herr Seriös (verdutzt und auch etwas argwöhnisch): Bitte?

Herr Ernst: Na, Sie haben doch letztes Jahr diesen riesen Account an Land gezogen. Das Projekt ist wohl etwas holprig gestartet, was? Aber jetzt ist alles gelöst. Zumindest wenn man Ihrem Vor-Ort-Team glauben darf. Sehr interessant übrigens, wie Sie… (Er bricht ab, weil sein Nachbar mittlerweile puterrot angelaufen ist)

Herr Seriös (bemüht, ruhig zu bleiben): Das haben Sie im Collabo3000 gesehen? (Herr Ernst nickt) Den gesamten Projektverlauf? (erneutes Nicken) Die Planung, die Zwischenreportings, alles?

Herr Ernst (nickt wieder): Und die Diskussionen im Teamforum. Ich hatte angenommen, das sei als Lessons-Learned-Case für alle öffentlich. Immerhin ist es bei mir im Newsfeed erschienen. Und es war wirklich sehr aufschlussreich. Neulich in Berlin hatte ich nämlich fast dieselbe Situation. Da hätte ich die Infos gut gebrauchen können.

Herr Seriös: Das glaub ich Ihnen gern, Herr Kollege, aber das Projekt ist sicher nicht öffentlich. Es ist sogar – ganz im Gegenteil – streng vertraulich. (Er kramt leise fluchend sein Smartphone heraus, wählt, wartet). Herr Marquardt? Schmidt hier. Ich habe gerade etwas sehr Interessantes von Herrn Wieselgruber gehört…

Wie das Gespräch weiterging? Unklar. Die beiden Herren sind ausgestiegen. Doch es scheint, als wären soziale Unternehmensnetzwerke in gewisser Hinsicht nicht anders als Facebook und Co. Auch hier gibt es im Wesentlichen drei aktive Nutzertypen:

  • Netzwerker, die mehr oder weniger online leben, Infos teilen, interagieren und neue Verbindungen knüpfen. Im Privaten zeichnen sie sich aus durch 500+ Kontakte, gut gefüllte Fotoalben und Tipps zu den besten neuen Restaurants.
  • Nörgler, die sich nur äußern, um ihrem Unmut Luft zu machen. Sie posten bevorzugt auf die Fanpages von Unternehmen und tragen vermutlich auch offline häufiger das purpurrote Hassmützchen.
    Zu Netzwerkern und Nörglern kommen noch:
  • Naivlinge, die ähnlich wie die Netzwerker auch allerhand Informationen teilen, leider ohne konsequent darauf zu achten, für wen diese sichtbar sind. Businessferne Härtefälle sind öffentlich geteilte – für zukünftige Arbeitgeber leicht auffindbare – Fotos vom letzten Komasaufen, Einladungen zu Partys, die dann von der ganzen Stadt wahrgenommen werden und für jedermann sichtbare Kreditkartendaten.

Eine Infografik fasst diese drei Nutzertypen noch einmal zusammen und gibt Tipps, wie man mit ihnen im Enterprise Social Network umgehen kann.

Pflichtfelder sind mit einem Stern (*) markiert.

Anrede

Benutzeranmeldung

Geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und Ihr Passwort ein, um sich anzumelden. Pflichtfelder sind mit einem Stern (*) markiert.

Welche Vorteile soziale Unternehmensnetzwerke und Social Collaboration bieten, wenn sie aktiv und verantwortungsbewusst genutzt werden, erklärt der Executive Guide „Harnessing the Power of Enterprise Social Collaboration“.

Pflichtfelder sind mit einem Stern (*) markiert.

Anrede

Benutzeranmeldung

Geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und Ihr Passwort ein, um sich anzumelden. Pflichtfelder sind mit einem Stern (*) markiert.

Kommentare

4.5 von 5 Sterne, 2 Bewertungen

witzig

Kommentar hinterlassen

Haben Sie Fragen oder Anregungen?

Schreiben Sie uns an
info@businessheute.de