Veraltete Systeme gefährden Sicherheit und Wirtschaftsprüfung

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Lahm, fehlerhaft und problematisch: Alte Software und Betriebssysteme

Veraltete Software, Gefahr

Vergangenes Jahr endete der Support für Windows XP, im Januar dieses Jahres der für Windows 7 und seit Mitte Juli wurde wieder ein Support seitens Microsoft eingestellt – nämlich der für Windows Server 2003. Das Fehlen von Sicherheits- und Innovationsleistungen bedeutet für viele Anwender jedoch nicht gleichzeitig ein zügiges Ende der Nutzung. Im Gegenteil: Mit Statcounter und Netmarketshare stellten im März 2015 gleich zwei Analyseunternehmen fest, dass die Anzahl der XP-Rechner im Internet seit langem erstmals wieder anstieg.

Neben den Sicherheitslücken, die sich daraus für Cyberkriminelle ergeben, entsteht hier ein zusätzliches Problem für Unternehmen. Sie gefährden ihre alljährliche Wirtschaftsprüfung. Denn die Auswirkungen von Sicherheitslücken in Software verteilen sich laut einer Untersuchung durch das Hasso-Plattner-Institut zu jeweils 12 bis 14 Prozent auf Probleme mit der Verfügbarkeit, der Integrität und der Vertraulichkeit der Software. In gut der Hälfte der Fälle sind sogar alle drei Problembereiche zusammen betroffen. "Die Verfügbarkeit bezieht sich hierbei auf die Erreichbarkeit des Dienstes", erläutert der Direktor des Instituts, Prof. Christoph Meinel. Mit dem Begriff Integrität sei die Möglichkeit des unbefugten Schreibzugriffes bezeichnet, der eine Änderung der Daten beziehungsweise des Systems zur Folge haben kann. In der Kategorie Vertraulichkeit sei alles erfasst, was mit dem Lesezugriff auf sensible Daten wie zum Beispiel Passwörter zusammenhänge.1

Und was hat das mit dem Jahresabschluss zu tun?

Die Studie „Auswirkungen veralteter Software, insbesondere spezieller Betriebssysteme auf Jahresabschlusstestate“ von Prof. Dr. Andreas Gadatsch, Wissenschaftler an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg bestätigt: Laufen auf einem veralteten Betriebssystem geschäftsrelevante Anwendungen, wie ERP-Systeme oder Software für Buchhaltung und Lagerwirtschaft, die für den Jahresabschluss relevante Daten erzeugen, besteht u.a. die Gefahr der Verfälschung des Jahresabschlusses oder dass nach den Datenschutzgesetzen zu schützende Daten oder Geschäftsgeheimnisse verloren gehen. Unternehmen mit Prüfungspflicht kann im Rahmen der Jahresabschlussprüfung der Bestätigungsvermerk (Testat) nach § 322 I 3 HGB nur eingeschränkt erteilt oder verweigert werden.

Unabhängig von Sicherheitslücken, die das Unternehmen gefährden, kann der Einsatz veralteter Betriebssysteme und Software viel Arbeit und Ärger bedeuten. Mit Software-Management-Systemen und der entsprechenden betriebswirtschaftlichen Argumentation in puncto Budgetaufstockung für neue Lizenzen bzw. Upgrades vermeiden IT-Verantwortliche unangenehme Folgen für das Unternehmen – sowohl bei der Sicherheit als auch bei der Jahresabschlussprüfung.

Software-Aging bedeutet für das IT-Management in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung. Lesen Sie, welche TOP 6 Probleme von in die Jahre gekommenen Systemen verursacht werden.

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