Haftung bei Cloud-Ausfall

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Post vom Anwalt

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Die Haftung bei Verstößen gegen das Datenschutzgesetz ist in Deutschland gut geregelt. Weil grundsätzlich gilt: Der Inhaber von Daten ist selbst für diese verantwortlich. Wird der Datenschutz gegen Dritte beispielsweise durch einen Hackerangriff verletzt, haftet der Cloud-Nutzer und nicht der Anbieter. Bei Dienstleistungen aus der Cloud ist die Rechtslage etwas komplizierter.

Im Jahr 2013 nutzten bereits 40 Prozent der deutschen Unternehmen Cloud-Dienste.1 Störungen in der Cloud-Infrastruktur haben gravierende Folgen – vor allem im Online-Handel. Denn ist ein Web-Shop für Kunden nicht erreichbar, wirkt sich der Ausfall direkt auf Tagesgeschäft und Umsätze aus. Da wird schnell die Forderung nach Schadensersatz laut – und verhallt ungehört.

Das Unternehmen ebay entging nach einem 8-stündigen Ausfall seiner Systeme im Jahr 2014 einer Massenklage und horrenden Schadenersatzforderungen – mit einer einfachen Regelung innerhalb seiner AGBs. Überschreitet der Störfall die Dauer von zwei Stunden, so hat der Anbieter, dessen Auktion innerhalb der Ausfallzeit oder eine Stunde danach endet, Anspruch auf weitere 24 Stunden Auktionszeit.

Das bedeutet: Eine eindeutige rechtliche Grundlage gibt es bisher nicht. In Deutschland legen Unternehmen bzw. Cloud-Betreiber die Bedingungen für die Haftung bei Ausfällen selbst fest. Schadensersatzansprüche können folglich nur geltend gemacht werden, wenn ein Anbieter gegen seine eigenen AGBs verstößt.

Was bedeutet das für Unternehmen mit Anwendungen in der Cloud?

Wer Dienste aus der Cloud bezieht, muss sich darüber im Klaren sein, dass er bei einem Ausfall nicht aktiv eingreifen kann. Umsatzeinbußen, die dadurch entstehen können nur in den seltensten Fällen über Schadensersatzforderungen geltend gemacht werden. Man kann jedoch im Vorfeld viel dafür tun, dass das Tagesgeschäft gar nicht erst durch eine Störung beeinträchtigt wird.

3 Punkte, die Sie als Unternehmer abklären sollten:

  1. Stellen Sie sicher, dass der Host über eine gespiegelte Infrastruktur verfügt und Dienste im Notfall über ein zweites Rechenzentrum angeboten werden können.
  2. Informieren Sie sich genau über die Regeln des Anbieters, die im Fall eines Ausfalls gelten und was Sie wann beanspruchen können.
  3. Machen Sie sich ein Bild vom Rechenzentrum, über das die angebotenen Dienste laufen. Der TÜV Rheinland beispielsweise bietet die besondere Zertifizierung „Reliable Data Center“.

 


 

[1] de.statista.com/statistik/daten/studie/177484/umfrage/einsatz-von-cloud-computing-in-deutschen-unternehmen-2011/

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