Cybercrime in der Logistik

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Wenn nicht nur Schnee für Chaos in der Lieferkette sorgt

Cybercrime, Logistik, businessheute

20 Grad und Sonnenschein im November haben viele vergessen lassen, dass er irgendwann kommt, der Winter. Jetzt ist es aber passiert – die ersten, gefühlten fünf Schneeflocken haben die grauen Wolken verlassen und auf ihrem Weg zum Boden für Chaos im ÖPNV der Region Stuttgart gesorgt. Unfälle, Signal- und Stellwerksstörungen bzw. eingefrorene Weichen legten den Berufsverkehr lahm.

In diesem Fall sprechen wir von höherer Gewalt. Was aber, wenn Schienennetze aktiv lahmgelegt werden? Ganze Flughäfen? Der Verkehr zu Wasser? Oder autonom fahrende Lkw-Flotten? Die Logistik erfährt ihre Optimierung aktuell und in Zukunft hauptsächlich über niedrige Bestände und eine verbesserte Produktflusssteuerung. Dies geschieht durch intelligente Vernetzung von Lieferketten. Gleichzeitig bieten sich Hackern dadurch immer mehr Angriffspunkte, um logistische Ströme zu sabotieren.

Bereits im Jahr 2012 haben Hacker auf einem Streckenabschnitt der Northwest Rail Company in den USA für zwei Tage die Signale außer Betrieb gesetzt und die Kontrolle über Personenzüge übernommen.1 Neben finanziellen und rufschädigenden Risiken für das betreibende Unternehmen entstehen auch wirtschaftliche Schäden für dessen Kunden. In Deutschland liegt beispielsweise der Anteil der Schiene am Güterverkehr bei 17 Prozent. Erst in diesem Jahr hat der lange Arbeitsausstand der Lokführergewerkschaft GDL gezeigt, wie stark sich ein Ausfall auf die Wirtschaftsleistung auswirken kann. Damals bekam laut BDI die Stahl-, Chemie- und Automobilbranche den Streik besonders stark zu spüren. Leere Lager, unterbrochene Wertschöpfungsketten und Produktionsausfälle sind die Folge eines solchen Stillstandes. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag ging in Hochrechnungen davon aus, dass ein mehrtägiger Streik Unternehmen leicht mehr als 100 Millionen Euro täglich kostet.2

Im August testete der Autobauer Daimler zum ersten Mal einen autonom fahrenden Lkw auf den Straßen Baden-Württembergs. Zwar sind noch dringende Rechtsfragen zu klären, dennoch schreitet beim Güterverkehr auch auf der Straße die immer stärkere Vernetzung schnell voran. Umso wichtiger sind umfassende Sicherheitsstrategien für die gesamte Lieferkette. Von der Routenplanung über das Lagermanagement bis hin zum einzelnen Fahrzeug sollten unternehmensübergreifende Strategien vorliegen, um Risiken durch Sabotage oder auch nutzerbezogene Fehler zu verringern.

Experte Ralf Kempf zur sicheren IT-Umgebung:

Informationen zum Thema Security Intelligence:

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