Vom „Internet of Trees“ und von smarten Ampeln

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Die Zukunft der Stadt ist vernetzt

Smart City, IoT, businessheute

Das Internet of Things (IoT) umfasst immer mehr Dinge. Bis 2020 wird sich ihre Menge auf 34 Milliarden verdreifachen, schätzen Experten.1 Unter „Dinge“ kann dabei vieles gefasst werden. In Melbourne beispielsweise sind neuerdings nicht nur die Bürger, sondern auch Ulme, Eiche und Eukalyptus im Internet. Beim Einsatz von IoT folgen Regierungen, Behörden und öffentlicher Dienst nach den Industrien an zweiter Stelle.2 Die größten Projekte dürften die „Smart Cities“ sein: Sie gelten nicht nur in den westlichen Industrienationen, sondern vermehrt auch in Schwellenländern als vielversprechende Ansätze, um die unterschiedlichsten städtischen Probleme zu meistern.

Es wird angenommen, dass es 2025 fast 88 Smart Cities auf der ganzen Welt geben wird.3 Ein Großteil der auf acht Milliarden geschätzten Weltbevölkerung wird dann in Städten leben. Bei einer „smarten“ Großstadt handelt es sich nicht nur um die Ansammlung von Smart Homes oder Connected Cars – dieses Konzept beruht auf den vier Kernthemen von Information/Kommunikation, Energie, Sicherheit und Mobilität.4 Mithilfe von IoT- und Cloud-Technologien können Behörden etwa das Streckennetz im öffentlichen Nahverkehr verbessern und vielgenutzte Straßen durch eine intelligente Ampelschaltung sowie Routenführung entlasten. Bei Bränden oder Unfällen können Rettungskräfte beispielsweise dank einer „grünen Welle“ schneller am Brand- oder Unfallort ankommen. Andere Verkehrsteilnehmer lassen sich automatisch umleiten.5 Auch die innerstädtische Logistik wird künftig mit intelligent miteinander kommunizierenden Transport- und Warenwirtschaftssystemen sowie E-Fahrzeugen arbeiten, um Lieferzeiten, Verbrauch und Transportkosten zu optimieren.6 Durch spezielle Sensoren an öffentlichen Plätzen kann bei Notfällen oder Verbrechen schneller und effizienter reagiert werden (weitere Informationen hierzu auch im Arikel: Smart and safe - Schnelle erste Hilfe dank IoT). Öffentliche Dienstleistungen wie die von Ämtern oder Krankenhäusern lassen sich unter anderem durch automatisierte Online-Anmeldungen sowie -Verfahren verbessern. Das verschlankt die Bürokratie und spart Ressourcen ein.

Die zunehmende Fähigkeit von Dingen, sich zu vernetzen sowie auf intelligente Art und Weise Einfluss auf unser alltägliches Umfeld zu nehmen, eröffnet Behörden und öffentlichem Dienst neue Wege, um sich den künftigen Herausforderungen der Stadt zu stellen. Das schnelle weltweite Bevölkerungswachstum, das sich vor allem in den Städten und um sie herum abspielt, die zunehmende Urbanisierung und Globalisierung, der demografische Wandel sowie die Veränderung des Klimas erfordern dringend neue Lösungen.7 Mit dem Internet der Dinge lässt sich nicht nur die Sicherheit der Bürger verbessern, sondern auch die Wasser- und Energieversorgung sowie die gesamtheitliche städtische Infrastruktur positiv beeinflussen. Städte-, IoT- sowie Softwareentwickler müssen hier eng mit politischen Entscheidungsträgern und Bürgern zusammenarbeiten, um Internet of Things am besten für alle Beteiligten nutzbar zu machen.

Wichtig bei diesem Ausblick in die Zukunft ist, dass nicht die Technologien im Mittelpunkt stehen. Vielmehr sollten die Möglichkeiten dieser Technologien betrachtet werden, die den Menschen ein besseres Leben ermöglichen können – sei es nun durch mehr Lebens- oder Arbeitsqualität. Doch sind die Städte der Welt für das Internet of Things bereit?8

Melbourne – IoT-City mit Vorbildcharakter

Eine Stadt könnte beim Thema Smart City eine Vorreiterrolle übernehmen. Die Rede ist von Melbourne, wo jüngst der „Smart Cities Australia Summit“ stattgefunden hat, an dem sich Experten aus aller Welt zum aktuellen Stand von IoT-Entwicklung und -Technologien ausgetauscht haben. Die Verantwortlichen von Melbourne planen nun, sich auf bevorstehende Umschwünge vorzubereiten und die Stadt immer weiter zu einer Smart City umzugestalten. Die Bevölkerung soll sich in den nächsten 35 Jahren verdoppeln und damit Australiens größte Metropole Sydney überholen. Außerdem werden durch die Erderwärmung sowie den damit verbundenen steigenden Temperaturen Auswirkungen auf die städtische Infrastruktur und die Lebensqualität erwartet. So hat Melbourne als eine der ersten realisierten Maßnahmen ein über die Cloud vernetztes IoT-Müllsystem ins Leben gerufen, dass die Müllabfuhr benachrichtigt, wenn die Eimer zu 70 Prozent gefüllt sind.9 Auch andere Maßnahmen wie etwa eine eigene Informationsseite zur Entwicklung der Stadtbewaldung sind im wahrsten Sinne des Wortes sehenswert.10 Jeder Baum hat hier seine eigene ID, die im Projekt „Internet of Trees“ mit E-Mail-Adressen versehen wurde. Durch die digitale Vernetzung von Baum und Mensch ist so ein völlig neues Bewusstsein für die für das Klima der Stadt wichtige Walddecke entstanden.11

In der zukünftigen Smart City soll dabei aus der Perspektive der Bürger angesetzt werden. Es sollen Fragen gestellt werden wie: „Welche Maßnahmen können ausgeführt werden, um die Lebensqualität, den Wohlstand sowie die Nachhaltigkeit unserer Stadt für unsere Bürger zu erhöhen?“ Melbourne zum Beispiel stellt hierfür seinen Bürgern vielfältige Entscheidungs- sowie Beteiligungsmöglichkeiten digital zur Verfügung – damit auch nicht „smart“ aneinander vorbeientwickelt wird.

Die Themen Smart City und Internet of Things erhalten Sie anschaulich dargestellt in unserer exklusiven Infografik:

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