Smart sowie Mobile Banking und Internet of Things

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Überall, jederzeit flüssig: Bankkunden wollen komplette Vernetzung

Mobile Banking, Internet of Things, businessheute

Im Bereich Internet of Things (IoT) schlummern enorme Wertschöpfungspotenziale. Eine aktuelle Studie schätzt, dass 2025 weltweit 3,6 bis 10,2 Billionen Euro mit IoT umgesetzt werden könnten.1 10.200.000.000.000 Euro – eine schwindelerregende Summe, von der auch sicher die Finanzbranche ein Stück abhaben möchte. Aber die großen Geldinstitute scheinen Themen wie die Digitalisierung, Big Data und Internet of Things zu verschlafen, obwohl die Branche schon immer stark auf IT-Unterstützung baut. Doch neue Player drängen in den Markt, die scheinbar die Kundenwünsche sowie die Möglichkeiten von Omnichannel und IoT verstanden haben: Start-Ups mit Technologien für die Finanzbranche oder kurz „FinTechs“ bieten alternative, innovative, digitale Finanzdienstleistungen an, die ein intelligentes Banking ermöglichen – flexibel, transparent und preiswert. Die Integration von IoT-Szenarien wie einem Echtzeit-Risk-Management, automatischer Authentifizierung via Biometrie, Selbst-Check-out, bargeldlosem Bezahlen und mobilen Kredit-Services spielen dabei künftig eine immer wichtigere Rolle.

Im Internet existieren verschiedenste Beispiele für den Einsatz von IoT in der Finanzbranche. Ein konstruierter Anwendungsfall des Beraters Matthew Griffin veranschaulicht überspitzt die Möglichkeiten solcher intelligent-vernetzter Systeme: Ein smarter Kühlschrank bestellt die Milch automatisch nach, wenn sie fehlt. Wenn eine Vielzahl dieser Kühlschränke dank IoT in nahezu Echtzeit miteinander verbunden sind, könnten diese Konsumverhalten und Nachfrage analysieren, mit den Marktpreisen vergleichen und sich zu einem Käuferverbund zusammenschließen. So ließen sich bessere Einkaufspreise erzielen. Schließlich könnte der Kühlschrank seinem Besitzer vorschlagen, das eingesparte Geld wieder in einem gewinnbringenden Bankprodukt anzulegen, welches er anhand der Realtime-Analyse der Finanzmärkte ausgewählt hat.2  Auch beim Thema Risikobewertung könnten Banken enorm vom Internet of Things profitieren: In diesem Bereich büßen die Geldinstitute jährlich annähernd vier Milliarden US-Dollar auf dem weltweiten Markt ein, da sie bisher Status, Gegend und Sitz als Absicherung eingebrachter Objekte vor Ort überprüfen müssen. Überwachungstechniken in Echtzeit können die entstehenden Arbeits- und Zeitaufwände enorm verringern. Dadurch lassen sich Kosten beispielsweise durch Reisen einsparen. Zudem erhöht sich die Genauigkeit der Bewertungen. Dies ermöglicht die Hinterlegung von mehr Anlagegegenständen als Sicherheiten.3

Das Potenzial ist also vorhanden. Doch es fehlt scheinbar die Innovationsbereitschaft der großen Finanzunternehmen, die Entwicklung von IoT-fähigen IT-Landschaften in die Wege zu leiten.

Kunden erwarten Digitalisierung: IT-Start-ups wildern bereits im Bankensektor

Noch vor einigen Jahren mussten sogenannte FinTechs ihre Produkte mühsam bei Banken vorstellen, um an Investitionsgelder zu kommen. FinTechs beschreibt junge Unternehmen ohne Banklizenz, die für die Finanzbranche moderne Lösungen unter anderem für das Customer Relationship Management (CRM), IoT-Konzepte sowie Mobile Banking entwickeln und anbieten. Das Interesse an strukturellen Veränderungen sowie Innovationen der beispielsweise im Kundenumgang eher konservativ-stationär eingestellten Geldinstitute fiel eher gering aus.

Heute hat sich diese Situation allerdings geändert. Die Mehrheit der Kunden (60 Prozent) erwarten von ihren Finanzdienstleistern eine volle Vernetzung aller Kanäle überall und zu jeder Zeit, egal ob bei Transaktionen, Services oder Support. Das ergab eine Befragung von Bankkunden zur Digitalisierung.4 Omnichannel-CRM und IoT, die Steckenpferde der FinTech-Firmen, zählen also in Zukunft zu den Schlüsselanforderungen der Kunden. Diese „disruptive“ Entwicklung spüren nun auch die Banken. Laut einer aktuellen Studie geben 60 Prozent der befragten Banker an, dass FinTechs Geldinstituten in ihren Kerngeschäften gefährlich werden können.5 Die Universität von Cambridge hat in einem Report festgestellt, dass der europäische Markt für alternative Finanzdienstleistungen 2014 um 144 Prozent gewachsen ist.6 Die Banken müssen jetzt reagieren und selbst kundenspezifische, digitale sowie IoT-Angebote bereitstellen – oder enger mit den Neuen im Markt zusammenarbeiten. Ansonsten greifen die Kunden lieber auf das innovative Portfolio der FinTechs zurück.

Innovative IoT-Anwendungsszenarien entscheiden über künftige Relevanz von Geldinstituten

Schon heute gibt es zahlreiche Umsetzungsstrategien für ein Internet of Things in der Finanzbranche. So erheben Unternehmen eine Unmenge an Daten, ohne sie wirklich einzusetzen. Weniger als ein Prozent der Informationen werden derzeit tatsächlich verwendet, haben McKinsey-Analysten ermittelt. Hier liegt ein enormes Potenzial, um Prozesse zu optimieren, bessere Vorhersagen zu treffen und den Kunden daraus generierte Mehrwerte anzubieten. Banken können zum Beispiel anhand von Girokonto- und Kreditkarten-Informationen feststellen, wo die meisten Transaktionen stattfinden und es sich lohnt, Geldautomaten oder Filialen zu platzieren – und wo nicht.

Geldbeutel vergessen? Egal, könnte es in Zukunft heißen. Schon heute reichen eine Geldkarte, ein Smartphone mit BLE (Bluetooth Low Energy) oder ein NFC-Chip (Near Field Communication), um bargeldlos bezahlen zu können. Ein Scanner registriert die Daten und bucht die Summe direkt vom Konto. In einigen Filialen wird dies bereits umgesetzt. Über die Informationen des Kaufverhaltens lassen sich zudem weitere Maßnahmen bezüglich POS-Kreditauskunft, Zahlungsmethode etc. ableiten, mit denen Banken den Zahlungsverkehr für den Handel optimieren können. So werden künftig ungeplante Kreditanfragen beim Kauf teurer Waren direkt über spezielle Eingabegeräte im Handel möglich sein. Zudem sind weitere Formen der Kundenauthentifizierung denkbar, zum Beispiel über biometrische Daten, die überhaupt keine Zahlungsmittel mehr nötig machen.

Entscheidend für die Branche wird sein, ihre IT-Infrastrukturen auf die neuen Anforderungen eines Internet of Things auszurichten. Dazu sind neben Innovationsbereitschaft und IoT-Know-how vor allem auch geeignete Entwickler-Tools notwendig.

Fakten und Tipps zum Umgang mit Internet of Things in der Finanzbranche erhalten Sie in der nachfolgender Infografik:

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[1] Studie von McKinsey: „The Internet of Things: Mapping the Value beyond the Hype”, http://www.mckinsey.de/sites/mck_files/files/unlocking_the_potential_of_the_internet_of_things_full_report.pdf

[2] Vgl. dazu: http://matthew-griffin-uk.tumblr.com/post/124843244132/my-fridge-can-disrupt-your-bank

[3] Studie von Oliver Wyman: „Fintech 2.0: Neue Chancen für Finanzdienstleister“, http://www.oliverwyman.de/content/dam/oliver-wyman/europe/germany/de/insights/publications/2015/aug/Fintech2-0_Neue%20Chancen%20f%C3%BCr%20Finanzdienstleister.pdf

[4] Studie von Eurogroup Consulting und Elaboratum: „Vom Multi- zum Cross-Channel Banking“, http://www.presseportal.de/pm/64523/2871206

[5] Studie der PASS Consulting Group: „Das FinTech-Universum 2015: Innovationen durch FinTechs im B2B“

[6] University of Cambridge: „Moving Mainstream – The European Alternative Finance Benchmarking Report”, http://www.jbs.cam.ac.uk/fileadmin/user_upload/research/centres/alternative-finance/downloads/2015-uk-alternative-finance-benchmarking-report.pdf

Bildquelle: © peshkov, Fotolia

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