Mehr Internet of Things für weniger CO2

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Intelligent managen – Energieversorgung aus der Cloud

Die Verbrennung fossiler Energiequellen und die damit verbunden CO2-Produktion sind für den weltweiten Klimawandel verantwortlich. Deshalb sollen umweltfreundlichere Technologien sowie die Nutzung erneuerbarer Energien dabei helfen, die Klimaziele einzuhalten und fossile Rohstoffe einzusparen. Zudem lassen sich im Internet of Things (IoT) dank Digitalisierung und innovativer Technik enorme Kosteneinsparungen erzielen. Mit dem gezielten Einsatz smarter, also vernetzter, Lösungen kann beispielsweise im Smart House oder Smart Building der Energieverbrauch bei Licht und Heizung gesenkt werden. Dabei tun sich weitere positive Nebeneffekte auf: Die Netze lassen sich so stabilisieren und die erhobenen Daten besser nutzen.

Der Markt öffnet sich mehr und mehr dem privaten Endverbraucher, der unter anderem die auf seinem Hausdach erzeugte Solarenergie in das Stromnetz einspeisen kann. Durch die Anbindung von Verbrauchern an intelligente Netze (Smart Grids) lassen sich erneuerbare Energien auch in einem höheren Umfang nutzen als bisher. Hier gilt der Aufbau von IoT-fähigen IT-Plattformen als Schlüsselfaktor für eine erfolgreiche Gestaltung des Energiesystems: Die gesammelten Daten werden mit wichtigen Informationen angereichert und aus den Analysen wird kontinuierlich gelernt.1

Weniger Verbrauch = weniger CO2

Bereits 2012 wurde die europäische Energieeffizienzrichtlinie eingeführt, die besagt, dass die EU bis 2020 den Primärverbrauch im Zusammenhang mit der Minderung des CO2-Ausstoßes um bis zu 20 Prozent senken will. Die Steigerung der Effizienz wird dabei als wichtige Säule in der Energiewende angesehen, da in allen Verbrauchssektoren große Einsparpotenziale liegen. Werden etwa die europäischen Haushalte betrachtet, in denen 78 Prozent der benötigten Energie für Heizung beziehungsweise Warmwasseraufbereitung verwendet wird, so wird klar, dass das individuelle Nutzungsverhalten einen bedeutenden Faktor beim Energieverbrauch darstellt.

Mit dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende wurden technische Richtlinien festgelegt, um bei intelligenten Messsystemen (Smart Meter) Datenschutz und -sicherheit sowie die flexible Interoperabilität der Verbrauchsdatenerfassung zu gewährleisten.2 Smart Meter verarbeiten die individuellen Verbrauchswerte in Echtzeit und können untereinander vernetzt beispielsweise die Netzauslastung optimieren. Mieter eines Smart Homes oder im Besitz eines Smart Meters sollen also durch hohe beziehungsweise niedrige Strompreise ermutigt werden, ihr Verhalten an die wetter- und verbrauchsabhängige Erzeugungslage anzupassen.3

Qundis – smarte Datenerfassung rund um Wasser und Wärme

Dieser allmählichen Umgewöhnung des Konsumentenverhaltens widmet sich die Firma Qundis, die sich als klassischer Anbieter von Messtechnik zur Verbrauchsdatenerfassung verstehen. Qundis hat die Digitalisierung sowie die Herausforderungen des IoT als Chance erkannt. „Mit einer verbrauchsabhängigen Abrechnung können etwa in Mehrfamilienhäusern Energieeinsparungen von 15 Prozent bis zu 20 Prozent erzielt werden“, so Hartmut Michels, Marketingleiter bei Qundis. „Wird der Verbraucher unter dem Jahr noch einmal über seinen Verbrauch informiert, lassen sich noch einmal 10 Prozent einsparen.“ Die Daten der verschiedenen Messgeräte, wie Heizung- und Wasserzähler, werden bei Qundis in der Cloud gespeichert. „Dadurch können unsere Kunden, in der Regel mittelständische Messdienstunternehmen sehr komfortabel auf die Daten zugreifen und für weitere Anwendungen wie für unterjährige Verbrauchsinformationen nutzen“, erklärt Michels. So lassen sich hier Analysen erstellen, die ein Bewusstsein beim Mieter erzeugen, wie etwa die Temperatur eines Raumes nicht über das Fenster zu regeln, sondern über den Thermostat. Darüber hinaus könnten anhand solcher Erkenntnisse aus Benutzeranalysen auch Anreize zu Sanierungsprojekten von Wohnungsbaugesellschaften entwickelt werden.

Die vollautomatische Übertragung aller Daten in die Cloud hat für den Kunden zahlreiche Vorteile, erklärt Michels: „So lassen sich die verschiedenen Anlagen über die Cloud administrieren und komplexe Prozesse vereinfachen. Deswegen ist die Qualität der Daten sehr hoch. Außerdem bietet sich die Möglichkeit, diese Datensätze in einem eigenen System weiterzuverarbeiten.“ Dadurch steigt auch die Akzeptanz für die Vernetzung von Smart Metern für eine ‚intelligente‘, transparente Abrechnung.

Und die Potenziale dieser Cloud-Lösungen sind noch lange nicht ausgeschöpft, das betont auch Michels: „Die Verfügbarkeit der Daten in der Cloud bietet eine hervorragende Chance, entsprechende Apps damit zu speisen. Damit besitzt in Zukunft jede Wohnung eine eigene Anzeige, anhand der sich Kosten und Verbrauch überblicken lassen.“ Michels schweift noch ein wenig weiter in die Zukunft: „Die Koppelung zum Smart Home ist auch nicht mehr weit. So können mithilfe dieser Apps Häuser noch einfacher zum Energieerzeuger werden, indem sich beispielsweise Solarspitzen abfangen und speichern lassen, um die Energie erst dann wieder zu nutzen, wenn sie benötigt wird.“

Hören Sie selbst!
Hier finden Sie drei zusätzliche Fragen des Telefoninterviews zum Nachhören.

Frage 1:
Beschreiben Sie die Transformation von Qundis. Gab es spezielle Herausforderungen in Bezug auf das IoT? Auf was sind Sie besonders stolz?

Frage 2:
Welche Herausforderungen sehen Sie im Hinblick auf das IoT in Verbindung mit Themen wie etwa Energieeffizienz und Sicherheit?

Frage 3:
Gerade die Sicherheit von IoT-Lösungen ist ein heikles Thema bei Politik und Konsumenten. Wie sehen Sie das, auch im Zusammenhang mit Ihren eigenen Produkten?

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