Internet of Things: First-Adopter oder doch lieber noch Abwarten?

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S-Bahn-Lausch: IoT? Pro oder Ohjemine…

IoT, businessheute

Ich sitze in der S-Bahn und lese ein paar News auf meinem Smartphone. In Schweden hat gerade ein Supermarkt eröffnet, der komplett ohne Kasse und Verkäufer auskommt.1 Alles wird per App und damit gekoppeltem Bankkonto-Identifikationsprogramm geregelt. Kunden können sogar das Sortiment beeinflussen. Beide Seiten profitieren – sozusagen Daten gegen Mehrwert. Interessant, denke ich, dieses Internet of Things. Da fallen mir zwei Herren auf, die sich genau darüber angeregt unterhalten.

Herr Zögert (überrascht): Was meinen Sie mit, dank Internet of Things könnten wir bald komplett auf Entscheidungen verzichten, die auf Statistiken beruhen, …?

Herr Vorreiter: Nehmen wir zum Beispiel Versicherungen. Bisher basieren ihre Tarife auf statistischen Erhebungen. Damit werden im Endeffekt alle Kunden über einen Kamm geschert. Durch Telematikdaten oder getrackte Vitalwerte ließen sich Auto-, Kranken- oder Lebensversicherungen für jeden Kunden individuell berechnen. Auch könnten die Versicherten direkt auf die Höhe ihrer Policen Einfluss nehmen, je nachdem, wie sie sich verhalten. Oder denken Sie an den Einzelhandel, was hier mit genaueren Erhebungen zum Kundenverhalten und automatisierten Systemen möglich wäre. So könnten Supermärkte Produkte, die kurz vor dem Ablaufdatum stehen oder das Lager blockieren, direkt über eine App rabattiert anpreisen. Oder individuell an den bisherigen Einkäufen orientierte digitale Preisnachlässe anbieten. Oder automatische Bezahlsysteme ohne Kassen etc. …

Wie in Schweden, denke ich, und nicke.

Herr Zögert (nachdenklich): Und genau da liegen doch auch die Gefahren, wenn beispielsweise derartige IT oder Telematik-Systeme gehackt werden? – Wie neulich bei diesem Auto.2 Und die viel wichtigere Frage muss doch lauten: Wem gehören denn eigentlich die Daten? Dem Kunden, dem Autohersteller oder der Versicherung…? Und was passiert sonst noch mit meinen Daten?

Herr Vorreiter (enthusiastisch): Ein anderes Beispiel wäre etwa die bessere Vernetzung in der Logistik per Daten aus dem Internet of Things. Bei der An- und Auslieferung von Waren könnte man dank IoT-Verknüpfung aktuelle Verkehrsinformationen in Echtzeit heranziehen. Dies lässt sich direkt in den Transportpreis miteinberechnen. Durch die Informationen aus GPS- und Wifi-vernetzten Fahrzeugen sowie Witterungs- und Verkehrsmeldungen lassen sich damit mögliche Stau- und Gefahrenstrecken ausschließen oder gegebenenfalls umfahren. So werden Lager stets optimal ausgenutzt, was Leerstände verhindert und Kosten einspart.

Herr Zögert (immer noch skeptisch): Ziemlich verrückt und schon etwas unheimlich, was heute mit dieser Vernetzung alles möglich ist. Aber auch hier werden ja wieder persönliche Daten erhoben und über die Cloud ausgetauscht, Was ist mit Datensicherheit und -schutz? Ich möchte nicht anhand meiner erzeugten Daten ausspioniert werden…

Herr Vorreiter (beschwichtigend): Vernetzung und Internet of Things sollten als Chance erkannt werden, um Prozesse effizienter zu gestalten und neue, vernetzte Produkte zu entwickeln. Gleichzeitig muss, wie Sie anmerken, mit den Daten aber auch sicher umgegangen und ein Fremdzugriff verhindert werden.

Herr Zögert (energisch): Ja, wenn ich bloß an Versicherungen und Bankgeschäfte denke. Hier möchte ich mir nur ungern in die sprichwörtlichen Karten schauen lassen… Ich muss immer entscheiden können, wann und wem ich meine Daten hergebe!

Herr Vorreiter (nickt zustimmend): Sie haben in diesem Punkt sicher Recht. Es muss den Nutzern klar kommuniziert werden, was mit ihren erfassten Daten passiert und wie durch die Auswertung dieser Daten ein Mehrwert entsteht. Weitere Anwendungsszenarien aus verschiedenen Bereichen und Branchen sind denkbar – auch Lösungen über die eigene Branchengrenze hinweg…

Herr Zögert (zuversichtlich): Das hört sich schon gut an, sofern Sicherheit und Datenschutz gewährleistet bleiben. Doch benötigt es dafür sicher eine entsprechende IT-Infrastruktur und Cloud-Umgebung… und entsprechendes Expertenwissen.

Herr Vorreiter: Wenn Sie Interesse haben, kann ich Ihnen hierbei gerne weiterhelfen…

Ich schaue ihnen nach, wie sie diskutierend über den Bahnsteigen verschwinden und träume derweil von einem Supermarkt, in dem ich auch am Sonntag frische Milch kaufen kann.

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Welche Branchen eignen sich besonders gut für die Umsetzung von IoT-Szenarien?

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