Datenschutz wird im Zusammenhang mit dem Internet of Things immer wichtiger

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Mach’s mit – für mehr Sicherheit im IoT

IT-Sicherheit, IoT, businessheute

Die Digitalisierung schreitet voran und mit ihr sowie dem Internet of Things (IoT) werden immer mehr hochsensible Bereiche vernetzt. Doch uns macht eine solche Vernetzung natürlich auch digital angreifbar. Was passiert zum Beispiel, wenn unser Smart Home gehackt wird oder wenn die Stromversorgung einer Industrieanlage – oder schlimmer noch, eines Atomkraftwerks lahmgelegt wird? Selbst kann man sich ja einigermaßen absichern. Klar muss dabei sein, dass vor allem Unternehmen ihre Sicherheitsstandards an das Internet der Dinge anpassen müssen, um worst-case-Szenarien wie Datenklau und unerlaubtes Eindringen in ihre Systeme zu verhindern.

Innerhalb des IoT komme dem Thema Sicherheit eine zunehmend wichtigere Rolle zu, weil so genannte Smart Things immer weiter in hochsensible Lebensbereiche vorstoßen, so Arzu Uyan, Leiterin der eco Kompetenzgruppe Smart Environment.1 Als wichtige Beispiele nennt sie Privathaushalte, Automobile, Stromversorgung, Nahverkehr und den medizinischen Bereich. Mit der zunehmenden Vernetzung steigen die Sicherheitsrisiken, zumal die meisten bisherigen Geräte nur über mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen verfügen.2

So wurde im April der Fall des bayrischen Kernkraftwerks Grundremmingen bekannt, bei dem in einer Software, die für die Steuerungsprotokolle der Brennelemente zuständig ist, Schadprogramme entdeckt wurde.3 Zwar wird davon ausgegangen, dass es sich hierbei um eine Infizierung durch einen USB-Stick handelt, der von einem Mitarbeiter an einen Computer angeschlossen wurde. Der Vorfall zeigt jedoch deutlich: Infrastrukturen, die mit dem Internet verbunden sind, sind verwundbar.

Ein weiteres Beispiel liefert der Autohersteller Nissan: Dieser brachte zusammen mit seinem Elektromodell Leaf eine App auf den Markt, mit der sich technische Daten abrufen lassen. Die App lässt sich allein durch die Fahrgestellnummer, die direkt am Auto abzulesen ist, aktivieren. So kann eigentlich jeder Informationen wie Ladestatus, Hinweise auf den Standort des Wagens sowie Aufzeichnungen über die Länge und den Stromverbrauch der letzten Fahrten relativ einfach einsehen. Besonders gemein: Auch die Klimaanlage lässt sich einschalten und kann bei einem geparkten Wagen dafür sorgen, dass der Akku sich entlädt. In den USA, Japan und England ist dieses Elektroauto weit verbreitet, sodass Nissan die App inzwischen deaktiviert hat – auch wenn Angreifer keinen direkten Zugriff auf die Fahrelektronik hatten.4 Solche Vorfälle finden sich bei allen großen Automobil-Marken und zeigen, wie angreifbar eine nicht vollständig durchdachte Vernetzung von Geräten sein kann.

Das IoT fordert zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen

Diese Vorkommnisse und immer wieder auftauchende Risiken im Zusammenhang mit IoT-Lösungen erhöhen die Bedenken der Anwender erheblich. So haben laut einer gemeinsamen Studie von eco und YouGov ein Drittel der deutschen Verbraucher Sorgen vor einem möglichen Kontrollverlust, wenn sie das Internet der Dinge nutzen.5 Deshalb ist es in aller Regel notwendig, die integrierten Sicherheitsfunktionen abhängig vom Schutzbedarf der geplanten IoT-Lösung zusätzlich abzusichern. Die Marktforscher von Gartner gehen davon aus, dass die IoT-Sicherheit bis 2020 über die Hälfte der IT-Sicherheitsprogramme6 in Unternehmen verändern wird und dass bis 2017 über 20 Prozent der Unternehmen spezielle Cyber-Security-Lösungen für das Internet of Things7 einsetzen werden.

Je nach Anbieter helfen IoT-Plattformen also bei der Umsetzung der dringend benötigten IoT-Sicherheit unterschiedlich stark. Der eco Report verdeutlicht diese Tatsache -  denn, wenn es um den Auslöser geht, Maßnahmen zu treffen, um den Datenschutz zu verbessern, löst das IoT das Cloud Computing als wichtigsten Faktor dafür ab. So führt das IoT mit 51 Prozent vor kritischen Infrastrukturen. Datenschutz ist dabei von 41 auf 29 Prozent ans Ende gefallen und wird von den Befragten nicht mehr als treibende Kraft angesehen.8 Trotzdem gilt, dass die IoT-Plattformen allerdings bei entsprechendem Schutzbedarf um spezielle IoT-Sicherheitslösungen ergänzt werden sollten.

In unserer Infografik erfahren Sie, was die Top 5 Angriffspunkte sind und wie Sie sich dagegen schützen können.

Kommentare

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Antwort: Artikel: Datenschutz wird im Zusammenhang mit dem Internet of Things immer wichtiger

Hallo Herr Pohl,




da haben Sie Recht.
Wir bemühen uns natürlich auf dem neusten Stand zu bleiben, allerdings handelt es sich bei der Diskussion um Standards um ISO/IEC JTC 1/WG 10 auch um komplizierte Konstrukte, die für den Leser nicht immer einfach zu durchschauen sind und wir achten darauf, möglichst greifbare Beispiele zu vermitteln. Man könnte einen ganzen Artikel nur diesen Standards widmen. Wären Sie als Experte eventuell bereit, uns hier etwas aufzuschlauen?
Wir würden uns freuen!
Mit herzlichen Grüßen, Eva Wachter

Artikel: Datenschutz wird im Zusammenhang mit dem Internet of Things immer wichtiger

Hallo, na ja. Die Herausforderungen des IoT werden ja korrekt beschrieben - allerdings stammen die Vorschläge für Sicherheitsmaßnahmen allesamt aus dem letzten Jahrhundert, es sollten doch mindestens die jüngeren ISO-Standards berücksichtigt werden!

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