Neulich in der S60 im Großraum Stuttgart

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Lapsus Laptop lost!

S-Bahn Gespräch, zu mobile Geräte

Wie stressig eine Dienstreise werden kann, wenn mobile Geräte zu mobil werden – das habe ich mir gedacht, als ich neulich dieses Gespräch in der S60 gehört habe…

Ulrich: Morgen Klaus, setz‘ dich doch. Na, zurück aus Detroit? Wie war denn dein Geschäftstermin?

Klaus: Oh Gott Ulrich, frag‘ nicht - ein Albtraum!

Ulrich: Wieso?

Klaus: Erst hatte das Flugzeug Verspätung und ich musste mich abhetzen, um noch rechtzeitig zum Termin zu kommen. Vor lauter Hektik habe ich dann auf dem Weg vom Flughafen zum Kunden meinen Laptop im Taxi vergessen – mit den vorbereiteten Projektdaten drauf! Erst als ich ausgestiegen war und das Taxi weggefahren ist, hab‘ ich es gemerkt. Hast du schon mal versucht auf einer Hauptstraße in Detroit einem Taxi hinterher zu rennen? Ich bin fast überfahren worden! Und erwischt habe ich es trotzdem nicht.

Ulrich: Ach du Schande. Laptop weg, Projektdaten weg. Was hast du da gemacht?

Klaus: Der Laptop war erstmal weg. Aber nach dem ersten Schock hatte ich eine Idee: Ich habe mir von der Teamassistenz des Kunden einen Laptop geborgt und die Daten aus unserer Private Cloud geholt.

Ulrich: Wie kommst du denn mit einem fremden Laptop in unsere Private Cloud? Ich dachte das geht nur mit einem unserer Rechner.

Klaus: Streng genommen war ich ja gar nicht in der Cloud, sondern auf einer virtuellen Maschine. Damit kann ich zwar nicht in die ganze Cloud, aber in bestimmte, freigegebene Bereiche. Ich habe unsere ITler angerufen. Die haben mir kurzfristig eine freie Verbindung zu meinem Arbeitsverzeichnis aufgebaut, so dass ich auf meine Daten zugreifen konnte.

Ulrich: War das dem ITler nicht zu unsicher? Die schreien doch immer gleich Sicherheitslücke.

Klaus: Für die Sicherheitsfreigabe hat mir die IT ein Einmalpasswort per SMS auf mein Smartphone geschickt. Mit dem und meinem Benutzernamen konnte ich auf alles zugreifen.

Ulrich: Ich glaube, ich hätte mir die Daten einfach per Mail zuschicken lassen.

Klaus: Bei einer PowerPoint-Präsentation wäre das gegangen, aber die Projektdaten waren zu groß für eine Mail. Außerdem wäre das nun wirklich zu unsicher gewesen. Der Trick bei meiner Methode ist ja: Die Daten haben unser Firmennetzwerk nie verlassen. Ich war nur auf meinem Remotedesktop und habe so eigentlich nur mit meinem eigenen Computer auf meinem Schreibtisch gearbeitet. Da sind keine Sicherheitslücken und die ITler kriegen keinen Herzinfarkt.  

Ulrich: Und dann lief alles?

Klaus: Ja. Ich glaube die Herren haben den ganzen Schlamassel gar nicht mitbekommen. Zum Glück, das war ja auch echt peinlich. Ich darf gar nicht daran denken, wenn der Termin geplatzt wäre…

Ulrich: Na, ist ja alles nochmal gut gegangen.

Klaus: Ja. Aber den Stress brauch‘ ich echt nicht noch einmal. Ich sag‘ dir, ab jetzt pass ich besser auf mein Zeug auf.

(„Nächster Halt Sindelfingen“)

Ulrich: Oh, wir müssen raus. Warte Klaus, vergiss deinen Schirm nicht.

 


 

Bildquelle: © Oleg Kozlov - Fotolia

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